Die folgende Auswahl zeigt die aktuellen Konzertprogramme von Alexander Schröder.
Aus den Salons von Paris
Mel Bonis trifft Frédéric Chopin
Frédéric Chopin
Polonaise cis-moll op. 26/1
Mel Bonis
Barcarolle Es-Dur op. 71
Frédéric Chopin
Nocturne G-Dur op. 37/2
Mel Bonis
Romance sans paroles Ges-Dur op. 11
Cloches lointaines C-Dur op. 121
Impromptu fis-moll op. 11
Frédéric Chopin
Mazurka h-moll op. 33/4
Mazurka B- Dur op. 17/1
Grande Valse brilliante F-Dur op. 34/3
Mel Bonis
Femmes de legende
- Desdémona e-moll op. 101
- Ophélie Es-Dur op. 165
- Viviane Ges-Dur op. 8
- Phoebé Des-Dur op. 30
- Salomé Des-Dur op. 100
Die französische Komponistin Mel Bonis (1858-1937) schuf ein vorzügliches Gesamtwerk im Stil der französischen Spätromantik. Zu ihren Hauptwerken gehören Konzertstücke für Klavier und der Zyklus
„Femmes de legende“, ausdrucksstarke musikalische Psychogramme, die sich auf Frauengestalten aus der Antike und aus der Theaterwelt des William Shakespeare beziehen.
Die Kompositionen von Mel Bonis zeichnen sich vor allem durch überraschende harmonische Wendungen und unendlich strömende Melodien aus. Ihre musikalische Heimat hatte sie in den Salons von Paris
gefunden, ebenso wie Frédéric Chopin einige Zeit vor ihr. Dort trafen sich Gleichgesinnte zum künstlerischen und intellektuellen Austausch.
Für Chopin (1810-1849) waren die Salons insbesondere das Podium, um seine Polonaisen, Mazurken und Walzer aufzuführen, welche ebenfalls meisterhafte psychologische Charakterstücke sind.
Die direkte Gegenüberstellung der Werke von Mel Bonis und Frédéric Chopin in stetigem Wechsel lässt einen höchst interessanten musikalischen Dialog zwischen zwei großen Künstlerpersönlichkeiten entstehen. Ihre inneren Welten offenbaren sich in individuellen Tonsprachen und sind dennoch voller Gemeinsamkeiten.
Transformationen
Klaviermusik der Jahrhunderte
Domenico Scarlatti
Sonate E-Dur K 380 & e-moll K 98
Harald Genzmer
6 Préludes 1962/63
Domenico Scarlatti
Sonate f-moll K 183 & f-moll K 386
Giovanni Sgambati
Mélodie de Gluck
Ernst Toch
Capriccetti op. 36
Ottorino Respighi
Antiche danze ed arie
Secolo XVI e XVII
Heiterkeit und Leichtigkeit zeichnen das Programm „Transformationen“ aus. Ausgehend vom Mythos von Orpheus und Eurydike lässt es verschiedene musikalische Spielarten von Übergängen erklingen. Es entsteht eine eigene spannende Geschichte über Entwicklungen und Zusammenhänge voller Kraft und Poesie.
Im Zentrum steht die wunderbar poetische Klavierfassung der Ballettmusik aus der Oper Orpheus und Eurydike, welche dem italienischen Komponisten Giovanni Sgambati (1841-1914) seinerzeit zu Weltruhm verholfen hat. Den spielfreudigen Rahmen des Programms bilden die originalen Klaviersonaten von Domenico Scarlatti (1685-1757), stilistisch gut ergänzt von den pianistisch anspruchsvollen Antiche danze ed arie des italienischen Romantikers Ottorino Respighi (1879-1936).
Den musikalischen Bogen in die Klassische Moderne spannen die heiteren Capriccetti von Ernst Toch (1887-1964) und die kraftvollen Préludes 1962/63 von Harald Genzmer (1909-2007).
Die subtile Klangwelt von Ernst Toch zeichnet sich durch einen gelungenen Spagat zwischen romantischer Stilistik und neuer Sachlichkeit aus. Das kraftvolle Gegenstück bildet die Musik von Harald Genzmer, die auf dem Boden einer definierten Tonalität vital und verständlich ist.
Zeitreisen
Scarlatti und die Klassische Moderne
Domenico Scarlatti
Sonaten C-Dur K 460 & C-Dur K 461
Harald Genzmer
6 Préludes 1962/63
Domenico Scarlatti
Sonaten d-moll K 213 & d-moll K 141
Paul Hindemith
Zweite Sonate 1936
Domenico Scarlatti
Sonaten f-moll K 183 & f-moll K 386
Harald Genzmer
Suite in C 1948
Das Programm „Zeitreisen - Scarlatti und die Klassische Moderne“ verspricht einen außergewöhnlichen Klavierabend in der Kombination der virtuosen Sonaten des italienischen Komponisten Domenico
Scarlatti mit zwei bedeutenden Vertretern der Klassischen Moderne, Paul Hindemith und Harald Genzmer.
Domenico Scarlatti (1685-1757) schrieb mehr als 550 sehr phantasievolle und erfindungsreiche Sonaten. In diesem Konzert werden je zwei dieser kurzen Charakterstücke den Werken der Moderne als Referenz und Gegenpart vorangestellt.
Als einer der führenden Vertreter der Neuen Musik stand Paul Hindemith (1895-1963) in jungen Jahren mit Parodie und bissiger Satire im Ruf eines komponierenden Bürgerschrecks. Seine zweite Sonate 1936 offenbart auch seine lyrische Seite und satztechnische Meisterschaft auf Augenhöhe mit den großen historischen Vorbildern.
Harald Genzmer (1909-2007) war ein Schüler Hindemiths und legte größten Wert auf eine Musiksprache, welche allgemein verständlich und gut nachvollziehbar sein sollte. Seine Préludes 1962/63 sind
meisterhafte Miniaturen mit großem pianistischen Anspruch. Mit neuartigen percussiven Spielelementen, sonst aber traditionell in Tonart und Aufbau zeigt sich seine Suite in C 1948. Kraftvoll und
spielfreudig entfaltet sie einen wahren Klangrausch voll großer Emotionalität.
Dieses inhaltlich und ästhetisch gut begründete Konzertprogramm bietet begeisternde Klaviermusik von ihrer besten Seite.